Hummeln fliegen elektrisch geladen: Der geheime Sinn der pummeligen Bestäuber!
Die Natur zeigt sich wieder mal überaus clever und effektiv: Hummeln sind nicht nur durch ihren flauschigen Pelz und ihre Farbenpracht faszinierend, sondern auch durch ihre Fähigkeit, elektrische Felder wahrzunehmen. Die Wissenschaft erklärt, wie Hummeln unsichtbare Energie nutzen, um Nektarquellen zu finden.

Hummeln sind nicht nur in der Lage, Blüten über Duft oder Farbe zu finden, sondern nutzen auch elektrische Felder als Orientierungshilfe. Diese Entdeckung verändert unser Verständnis davon, wie Hummeln ihre Nektarquellen erkennen.
Vibrationen als Informationsquelle: Der Mechanismus hinter dem „elektrischen Tanz“
Hummeln fliegen durch ein elektrisches Feld, wobei die feinen Haare an ihrem Pelz zu vibrieren beginnen. Diese Vibrationen regen Nerven an der Basis der Haare zum Feuern an – je stärker das elektrische Feld, desto schneller werden die Nervenimpulse übertragen.
Schon bei Spannungen von nur 25 Millivolt beginnen die Haare der Hummeln zu schwingen.
Die feinen Borsten, die über den Körper der Hummel verteilt sind, reagieren empfindlich auf elektrostatische Kräfte.
Wenn die Hummel in ein elektrisches Feld eindringt, etwa in die Nähe einer Blüte, werden die Haare durch die Änderung der elektrischen Spannung in ihrer Umgebung bewegt.
Blüten mit Nektar erkennen: Elektrische Felder als Hinweis
In Experimenten stellte sich heraus, dass Hummeln bevorzugt Blüten mit stärkeren elektrischen Feldern anflogen, da diese oft mehr Nektar enthalten. Dies bestätigt, dass die Vibration der Haare den Hummeln hilft, die Stärke des elektrischen Feldes und damit das Nektarangebot der Blüte zu erkennen.
„Besuch lohnt nicht“: Wie Hummeln Artgenossen erkennen
Ein weiterer Vorteil dieses „elektrischen Sinns“ ist, dass Hummeln feststellen können, ob eine Blüte bereits von einer anderen Hummel besucht wurde. Wenn eine Hummel auf einer Blüte landet, verändert sich das elektrische Feld der Blüte, und die Hummeln können dies über die Vibrationen ihrer Haare wahrnehmen.
Auf diese Weise meiden sie Blüten, die bereits abgeerntet wurden, und optimieren ihre Nahrungsaufnahme.

„Zapping“ im Blütenparadies: Wie Hummeln und Blüten sich über elektrische Felder verständigen
Prozess | Hummel | Blüte | Effekt/Signal für die Hummel |
---|---|---|---|
Ladung der Hummel | Positiv geladen (durch Flug) | - | Hummel ist positiv geladen und nimmt eine aktive Rolle ein. |
Ladung der Blüte | - | Leicht negativ geladen | Blüte hat eine negative Ladung, bereit für die Interaktion. |
Ladungsaustausch bei Landung der Hummel | Gibt einen Teil ihrer positiven Ladung ab | Nimmt die positive Ladung auf, elektrisches Feld verändert sich | Das elektrische Feld der Blüte ändert sich, was für die Hummel ein Signal gibt. |
Nach dem Besuch einer Hummel | - | Feld schwächt sich ab | Signal für andere Hummeln: Die Blüte könnte leer sein, da der Nektar bereits entnommen wurde. |
Ergebnis für andere Hummeln | - | - | Andere Hummeln meiden die Blüte, wenn das elektrische Feld schwächer ist. |
Geometrie der Felder: Hummeln erkennen mehr als nur die Anwesenheit von Feldern
Zusätzlich zur Wahrnehmung des Vorhandenseins eines elektrischen Feldes können Hummeln auch die Geometrie des Feldes unterscheiden. In Versuchen flogen die Insekten bevorzugt Blüten mit konzentrischen Feldern an, deren Struktur auf ein höheres Nektarangebot hindeutet.
Diese Fähigkeit zeigt, dass Hummeln in der Lage sind, nicht nur die Stärke, sondern auch die Form von elektrischen Feldern zu interpretieren – eine Eigenschaft, die sie in der Natur zur Optimierung ihrer Futtersuche einsetzen.
Quellen
Scinexx. (2023). Elektro-Sinn führt Hummeln zur Blüte: Elektrische Felder der Blüten dienen als Orientierungshilfe und Informationsquelle.
Scinexx. (o. J.). Tanzende Haare als Elektrosensoren: Forscher enträtseln den Elektrosinn der Hummeln.