Expertin Schrey warnt vor gefährlichem Phänomen: Gewitter und starke Pollenbelastung führen zu Gewitter-Asthma!

In den kommenden Tagen wird mit Gewittern und einer hohen Pollenbelastung gerechnet. Für Menschen mit Allergien oder Atemwegserkrankungen kann dies zu einem gefährlichen Phänomen führen: Gewitter-Asthma. Was genau dahintersteckt und wie man sich schützt, erfahren Sie hier.

Hohe Pollenbelastung während Gewitterereignissen stellt eine große Gefahr für Allergiker dar.
Hohe Pollenbelastung während Gewitterereignissen stellt eine große Gefahr für Allergiker dar.

Gewitter-Asthma, auch bekannt als Thunderstorm Asthma, ist ein ungewöhnliches, aber ernstes Gesundheitsrisiko, das während Gewittern auftreten kann, insbesondere wenn diese mit hohen Pollenwerten zusammenfallen.

Dieses Phänomen hat in den letzten Jahrzehnten zunehmende Aufmerksamkeit erhalten, da wissenschaftliche Untersuchungen und dokumentierte Fälle zeigen, dass es selbst bei Menschen ohne Asthma-Vorgeschichte zu asthmaähnlichen Symptomen führen kann.

Das Gewitter-Asthma-Ereignis: Wie es funktioniert

Zu Beginn eines Gewitters, besonders in Gebieten mit hohem Pollenaufkommen, ändern sich die atmosphärischen Bedingungen schnell.

Starke Windböen, die mit Gewittern verbunden sind, können Pollenkörner, die zuvor in der Luft waren, wieder nach unten befördern. Diese Pollenkörner, die während warmen Wetters oft in höhere Luftschichten getragen werden, werden plötzlich durch Regen und Wind wieder auf den Boden gedrückt.

Der rasche Temperaturwechsel und die erhöhte Luftfeuchtigkeit führen zu bedeutenden Veränderungen in der Struktur der Pollenkörner.

Pollenkörner enthalten verschiedene allergene Partikel:

Wenn sie plötzlich den Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt sind, können sie Wasser aufnehmen und anschwellen.

Der osmotische Druck im Inneren der Körner steigt an, sodass diese aufplatzen.

Dabei werden winzige allergene Partikel – kleiner als 5 Mikrometer – in die Luft abgegeben. Diese mikroskopischen Partikel sind so klein, dass sie tief in die Atemwege eindringen und die unteren Atemwege erreichen können.

ProzessBeschreibung
1. AusgangszustandPollenkörner mit harter Wand und allergenem Cytoplasma.
2. Atmosphärische ÄnderungPlötzlicher Temperatur- und Feuchtigkeitsanstieg während eines Gewitters.
3. OsmoseWasser fließt durch die semipermeable Wand des Pollenkorns in das Cytoplasma (höhere Konzentration gelöster Stoffe).
4. Osmotischer DruckDer osmotische Druck steigt, da das Cytoplasma Wasser aufnimmt.
5. Aufplatzen des PollenkornsDie erhöhte Spannung lässt das Pollenkorn aufbrechen.
6. Freisetzung von PartikelnKleine allergene Partikel (< 5 Mikrometer) des Cytoplasmas werden freigesetzt.
7. Wirkung der PartikelPartikel gelangen in die Luft und können entzündliche Reaktionen wie Asthmaanfälle in den Atemwegen auslösen.

Wer ist am meisten gefährdet? Die Risikogruppen

Gewitter-Asthma tritt am häufigsten im späten Frühling und Sommer auf. Besonders gefährdet sind Menschen, deren Asthma nicht richtig behandelt oder kontrolliert wird, da ihre Atemwege bereits geschwächt sind.

Aber auch Menschen ohne Asthma-Vorgeschichte können gefährliche Bronchialverengungen erfahren, wenn sie sich der hohen Konzentration allergener Partikel aussetzen.

Menschen mit allergischer Rhinitis – oft verursacht durch Graspollen oder Baumpollen – sind ebenfalls anfälliger, da ihr Immunsystem bereits auf diese Allergene sensibilisiert ist.

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Pari Boy, Asthmasprays und das Vermeiden von Aufenthalten im Freien während Gewittern bieten Schutz für Allergiker.

Vorsorge ist der Schlüssel: Was kann man tun?

Interessanterweise sind Menschen, die sich während eines Gewitters in geschlossenen Räumen aufhalten, weniger gefährdet, da sie vor den in der Luft schwebenden Pollen geschützt sind.

Ein vollständiger Schutz ist jedoch nicht immer garantiert, besonders in Fällen, in denen Stürme mit starken Winden auftreten, die Pollen sogar durch offene Fenster oder schlecht abgedichtete Räume ins Haus tragen können.

Während Zeiten mit hoher Pollenbelastung ist es ratsam, Wettervorhersagen zu beobachten, um Gewitterprognosen zu verfolgen.

Quellenhinweis

Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. (n.d.). Thunderstorm Asthma (Gewitter-Asthma). Abgerufen am 24. März 2025, von